12 Fehler bei der Rasenpflege – und Tipps, wie der Rasen schöner wächst.

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Rasenpflege ist in erster Linie eine Kunstform. Gleichmäßig kurzes, dichtes und saftig grünes Gras wird man in der freien Natur wohl nur selten antreffen. Umso verständlicher, dass die heimische Grünfläche dem Hobbygärtner wie kaum ein anderer Gartenbereich Kopfzerbrechen bereitet.

Kahle Stellen, Moos und Wühlmausplage sind nur wenige Beispiele, die von der Schwierigkeit zeugen, einen schönen Rasen anzulegen und zu erhalten. Mit ein wenig Sachkenntnis und Erfahrungswissen kann Gras allerdings selbst auf schwierigem Gelände wundervoll wachsen. Diese 12 häufigen Fehler solltest du bei der Rasenpflege daher unbedingt vermeiden:

1.) Zu fest

Damit der Rasen optimal wachsen kann und widerstandsfähig wird, ist die Bodenbeschaffenheit das A und O. Ist das Erdreich nämlich zu sandig, versickert das Gießwasser sofort und Nährstoffe werden ausgespült. Aber auch ein sehr lehmiger, fester Boden tut der Rasenmatte nicht gut, da die Wurzeln nicht tief genug greifen. Reichere sandigen Boden daher regelmäßig vor der ersten Nachsaat im Frühjahr mit Humus an. Lehmigen Boden musst du hingegen immer wieder – mit einem Aerifizierer oder mit Rasenlüfterschuhen – auflockern und durchlüften. Einige Gärtner empfehlen auch das Besanden von lehmig-feuchten Böden.

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2.) Zu früh

Gleich mit Frühlingsbeginn zücken einige Hobbygärtner ihren Rasenmäher, um nach der Winterpause endlich Ordnung im Garten zu schaffen. Doch das ist riskant. Gemähter Rasen ist nämlich extrem frostempfindlich, zudem können die kurzen Stoppeln weniger Energie tanken, was angesichts der noch vergleichsweise kurzen Tage die Regeneration erschwert. Als Faustregel gilt: Erst wenn die Narzissen blühen, fängt die Mäh-Saison an.

Narzissen

3.) Zu kurz

Der Rasen sollte nie um mehr als 1/3 der Halmlänge auf einmal gekürzt werden. Bedarf die Grünfläche einer Generalüberholung, muss das Gras also schrittweise, mit genügend Erholungsphasen, zurückgeschnitten werden. Auch bei dünnem Wuchs oder an schattigen Stellen sollten die Halme etwas länger sein (ca. ≥ 5 cm). Das fördert die Photosynthese, die Wurzeln wachsen kräftiger, wodurch sie Nährstoffe besser aufnehmen können und der Rasen widerstandsfähiger wird. Allgemein sollte der Rasen auf maximal 3 cm gekürzt werden. 

Rasen Mähen

4.) Zu unregelmäßig

Der wöchentliche Rasenschnitt ist kein Therapieprogramm für gelangweilte Rentner, sondern für einen kräftigen Rasen tatsächlich entscheidend. Nur wenn das Gras eine gleichmäßige Halmlänge aufweist, richtet es sich in seiner Wuchsdichte auch an dieser Halmlänge aus. Ein weiterer Vorteil des häufigen Mähens ist, dass man die gemähten Grasspitzen einfach liegen lassen kann. Das entlastet nicht nur die Bio-Tonne, sondern verbessert auch die Bodenqualität. Ist der Rasenschnitt zu lang, muss er hingegen weggeräumt werden.

Rasenmähen

5.) Zu wenig

Das Düngen ist beim Rasen wichtiger, als viele glauben. Denn mit jedem Mähen verliert das Gras Nährstoffe. Ist das Gras erst einmal geschwächt, breiten sich Löwenzahn, Klee und anderes „Unkraut“, das weniger Nährstoffe benötigt, in Windeseile aus. Abhängig von der Beanspruchung, empfehlen Rasenexperten ungefähr 3-mal im Jahr eine Düngung: im Frühjahr, im Sommer und noch einmal im Herbst, damit der Rasen den Winter gut übersteht.

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6.) Zu viel

Nicht selten ruinieren Hobbygärtner jedoch den Rasen dadurch, dass sie zu viel oder ungleichmäßig düngen. Braune Flecken, die aussehen, als sei der Rasen verdorrt, sind die Folge. Besonders bei mineralischen Düngern sollte man sich daher dringend nach der Verpackungsangabe richten und am besten einen Streuwagen benutzen. Mit organischen Düngern ist eine Überdosierung hingegen kaum möglich. Wer immer mal wieder alten Kaffeesatz oder schale Bierreste auf dem Rasen verteilt, tut seinem Rasen etwas Gutes.

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7.) Zu heiß

Gras ist durstig. Allerdings sollte man den Rasensprenger im Sommer nicht in der Mittagshitze anschalten. In der Sonne wirken die Wassertröpfchen wie Brenngläser und verbrennen den Rasen. Ideal ist das Wässern am Morgen, wenn der Boden noch kühl ist. Zur Mengenorientierung hilft ein leeres Marmeladenglas, das man auf den Rasen stellt: Ist das Glas nach dem Wässern etwa 1,5 cm gefüllt, hat die Grünfläche ihr Lebenselixier in ausreichendem Maße abbekommen.

Platsch

8.) Zu sauer

Machen sich Moos und Unkraut breit, kann das auch ein Zeichen dafür sein, dass der Boden übersäuert ist. Etwa alle 2 Jahre sollte man daher eine Bodenprobe entnehmen und mit einem Lackmusstreifen den pH-Wert prüfen. Liegt dieser bei lehmigen Böden unter 6 und bei sandigen unter 5, muss der Rasen gekalkt werden. Ein pH-Wert zwischen 5,5 und 6,5 ist optimal.

Hands up!

9.) Zu tief

Moos ist einer der Hauptgegner bei der Rasenpflege. Es tritt vor allem dann auf, wenn der Boden sehr fest, feucht, schattig, nährstoffarm und sauer ist – also dann, wenn sich das Gras nicht aus eigener Kraft „wehren“ kann. Neben den bislang genannten Mitteln wie Bodenbelüften, Düngen und Kalken ist das Vertikutieren des Rasens eine wirksame Maßnahme, dem entgegenzuwirken: Das entfernt den Filz, lockert den Boden und verbessert die Nährstoffaufnahme. 

Allerdings sollte man darauf achten, die Messer des Vertikutierers nicht zu tief einzustellen (max. 3 mm). Sonst reißt man zusammen mit dem Moos die Graswurzeln aus. Außerdem sollten die Rasenwurzeln beim Vertikutieren bereits älter als 3 Jahre sein. Im Anschluss wird neuer Rasen gesät und gründlich gewässert.

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10.) Zu leise

Ein weiterer Feind des Rasenfreunds sind Erdhügel von Wühlmäusen und Maulwürfen. Dabei sollte man jedoch beachten, dass Maulwürfe Nützlinge sind und unter Artenschutz stehen. Zunächst muss also geprüft werden, um was für Gartenbewohner es sich handelt. Grabe das Loch unter dem Erdhügel auf; ist es nach ein paar Stunden wieder zugeschüttet, handelt es sich um Wühlmäuse. Wühlmausfallen setzt man am besten im Spätherbst ein. Ein wirksames Mittel, das sowohl Wühlmäuse als auch Maulwürfe fernhält, ist jedoch Lärm: Stecke einen Stock in die Erdhügel und stülpe eine leere Flasche darüber. Die dadurch entstehenden Wind- und Klappergeräusche treiben die ungebetenen Gäste in die Flucht.

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11.) Zu dunkel

Schatten ist für die Rasenpflege eine besondere Herausforderung: Das Gras bekommt weniger Licht, weniger Wasser und versauert schneller aufgrund herabgefallener Blätter oder Nadeln. Der Rasen sollte hier also – wie bereits angedeutet – maximal auf 5 cm geschnitten werden, Gießen ist besonders wichtig, eine regelmäßige Kontrolle der Bodenqualität ist ebenfalls nötig. Was viele nicht wissen: Auch die Wahl der richtigen Grassorte ist bestimmend. Im Handel gibt es speziellen Schattenrasen zu kaufen. Unter Nadelbäumen, Buchen oder Rosskastanien plant man indes lieber gleich Bodendecker wie Efeu oder die Dreiblättrige Waldsteinie zur Begrünung ein.

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12.) Zu billig

Gras ist nicht gleich Gras – es gibt hunderte Sorten, mit je unterschiedlichen Ansprüchen und Eigenschaften. Hochwertiges Saatgut besteht daher aus mehreren Sorten, um die gewünschten Eigenschaften zu vereinen: belastbar, dicht, weich, pflegeleicht usw. Hier sollte man wissen, was zum eigenen Garten passt. Günstige Saatmischungen, die nicht selten unter dem Namen „Berliner Tiergarten“ firmieren, enthalten hingegen oft nur billiges Futtergras, das wenig Freude bringt.

Eine Erneuerung des Rasens mit Qualitätssaatgut ist freilich auch im Nachhinein möglich. Mähe einfach den Rasen ganz kurz, vertikutiere ihn mit tief eingestellten Messern und säe dann den neuen Rasen aus.

Spring Green

Wer nichts falsch macht, macht zwar nicht immer gleich auch alles richtig – mit diesen Hinweisen auf häufige Fehler besteht allerdings eine gute Chance, dass auch dein Rasen in Zukunft so wächst, wie er soll. Weitere tolle Gartentipps findest du in diesem Artikel. 20 Ideen für faszinierende Wasserspiele und Gartenteiche zeigt dir dieser Beitrag

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