Schlagfertigkeit lernen: mit 8 Tricks auf blöde Sprüche und peinliche Situationen richtig reagieren.

Endlich alles auf einen Blick: die 82 besten „Genialen Tricks“, in einem hochwertigen Buch zusammengefasst. Hier kannst du es bestellen.

Ein verschüttetes Glas Wasser, ein blöder Spruch an der Warteschlange, ein provokativer Zwischenruf bei der Produktpräsentation – egal, ob in der Freizeit oder im Beruf: Peinliche Situationen lauern überall. Eines der besten Mittel, um in solchen Momenten wieder Oberwasser zu gewinnen, ist ein schlagfertiger Kommentar. Wer schlagfertig ist, hält nach wenigen Worten die Fäden wieder in der Hand.

Nun ist es leider nicht jedem in die Wiege gelegt, aus dem Stegreif ein Feuerwerk an Pointen von sich zu geben. Doch Schlagfertigkeit lässt sich lernen. In den folgenden 8 Punkten erfährst du wichtige Schritte, die dir im Alltag helfen, schnell die richtige Antwort oder den passenden Kommentar parat zu haben.

pixabay

1.) Mach dich nackig!

Das ist natürlich nicht wörtlich gemeint. Aber Schlagfertigkeit hat viel mit Selbst-Bewusstsein zu tun – also damit, sich über die Punkte im Klaren zu sein, an denen man angreifbar ist. Vielleicht bist du etwas fülliger oder hast zwei Ausbildungen abgebrochen? Zu den Angriffspunkten gehören aber auch Dinge, die dir für deine Außenwirkung besonders wichtig sind: Möchtest du bei anderen zum Beispiel als besonders gut organisiert, als intelligent oder als elegant gelten, kann es immer wieder zu Gelegenheiten kommen, wo dieses Ideal bröckelt. Dumme Sprüche lassen da nicht lange auf sich warten.

Wer seine Angriffspunkte kennt, steckt Sticheleien und Pannen besser weg. Schließlich ist niemand unfehlbar.

Blake got spilled on

2.) Schau mir in die Augen!

Eine aufrechte Körperhaltung und ein offener Blickkontakt sind die zweite Säule, auf denen die Schlagfertigkeit steht. Zum einen wirkt sich die Körperhaltung unbewusst auf unsere innere Haltung aus. Zum anderen nehmen Gestik und Mimik viel bei der Suche nach der richtigen Antwort ab. Unsere Körpersprache funktioniert nämlich sowohl intuitiver als auch schneller als unser Mundwerk. Wie heißt es so schön: Ein Blick sagt mehr als tausend Worte.

Body Language

3.) Fahr die Ansprüche runter!

Schnell reagiert ist wichtiger als perfekt reagiert. Wer Angst hat, das Falsche zu sagen oder nicht witzig genug zu sein, wird niemals schlagfertig. Denn jede Millisekunde, die du fürs Nachgrübeln verschwendest, schmälert die Wirkung, die die Schlagfertigkeit ausmacht. Banale Antworten haben zudem einen großen Vorteil: Sie werden sofort verstanden!

Schnelligkeit kann man übrigens trainieren: Nimm dir ein Wörterbuch und tippe wahllos auf die Seiten. Zu jedem Wort musst du dann so schnell wie möglich etwas sagen. Machst du das regelmäßig, fallen dir Konter, die prompt auf die Situation reagieren, immer leichter.

Sarah (smile!)

4.) Sei weich!

Kommunikationstrainer unterscheiden zwischen weicher und harter Schlagfertigkeit. Die weiche Schlagfertigkeit ist dabei gerade im Berufsleben wichtig. Bei ihr geht es darum, unsachliche Kommentare zu erwidern, die immerhin auf einen sachlichen Kern zielen. Wenn in einem Meeting der Vorwurf auftaucht „Das zahlt sich in hundert Jahren nicht aus!“ oder „Das ergibt doch keinen Sinn!“, dann ist es wenig vorteilhaft, sein Gegenüber zu verprellen – erst recht, wenn es sich um den Chef handelt.

Bei der weichen Schlagfertigkeit geht es darum, das Gespräch auf eine konstruktive Ebene zurückzuführen. Frage nach! „Warum sehen Sie das so?“, „Wo liegen Ihre Bedenken?“ Nun muss der andere liefern. Oder du bedankst sich für den „leidenschaftlich vorgebrachten Standpunkt“ und versprichst, gleich darauf einzugehen. Jetzt hast du für eine überlegte Antwort Zeit gewonnen.

Body Language

5.) Mach’s kurz!

Mit der harten Schlagfertigkeit konterst du Sprüche, die nichts weiter vorhaben, als dich anzugreifen, abzuwerten oder bloßzustellen. Auch plumpe Anmachsprüche wehrt man damit ab. Kaum will sich eine Frau an der Bar einen Drink bestellen, schon werden ihr die peinlichsten Komplimente und Avancen gemacht. Für solche Situationen ist es das Einfachste, sich ein paar kurze Zwei- oder Dreisilber einzuprägen, die fast immer passen: „Ach was!“, „Ehrlich jetzt?“, „Na danke!“ Das klingt noch nicht direkt eloquent, ist aber hundertmal besser, als den Kopf einzuziehen und still in sich hineinzugrummeln.

BarGBGirls02

6.) Lege dir einen Fundus zu!

Manche Menschen sind für ihre markigen Sprüche bekannt. Die sind jedoch meist kein Produkt spontaner Eingebung, sondern sorgfältig angelernt. Da das Geheimnis der Schlagfertigkeit in der Schnelligkeit liegt, solltest auch du dir einen Grundstock an Floskeln einprägen:

  • „Das ist für meinen eckigen Kopf zu rund.“ (Wenn du eine einfache Lösung übersehen hast)
  • „An den Special Effects kann ich noch feilen.“ (Wenn du stolperst oder bei einem Missgeschick)
  • „Kann mir jemand sagen, was ich jetzt sagen wollte?“ (Wenn du bei einem Vortrag den Faden verlierst)
  • „In meinen Kopf klang der Satz noch sinnvoll.“ (Wenn du versehentlich etwas Dummes gesagt hast)
  • „Hilfe, Niveau, wir sinken!“ (Bei blöden Kommentaren)
  • „Bin gerade beschäftigt. Kann ich dich zu einem anderen Zeitpunkt ignorieren?“ (Bei aufdringlichen Personen)

Je nachdem, in welchen Situationen du dich häufig befindest oder du dich am unsichersten fühlst, schneidest du dir dein Sprüche-Repertoire auf dich zu. Die Floskeln müssen dabei stets auch zu deinem Charakter passen. Tausche die Sprüche mit der Zeit aus, damit sie interessant bleiben.

Luistxo business talk

7.) Zustimmen, übertreiben, zurückspielen.

Die hohe Kunst der harten Schlagfertigkeit ist es, blöde Sprüche und Vorwürfe nicht nur abzuwehren, sondern zum Gegenstreich auszuholen. Parade und Riposte heißt das im Fechterlatein. Hierfür gibt es unzählige Möglichkeiten. Für den Anfang ist es jedoch besser, wenn du dich auf wenige beschränkst.

Ein Mittel ist etwa die überraschende Zustimmung: „Du hast wohl deinen Führerschein im Lotto gewonnen!“ – „Stimmt. Ich hätte wohl lieber das Geld nehmen sollen.“ Eine Stufe stärker ist es, wenn du mit deiner Zustimmung maßlos übertreibst: „Du hattest wohl nur Singen und Klatschen in der Schule!“ – „Ja, wobei ich wegen meiner Klatschschwäche zweimal eine Klasse wiederholen musste.“ Probiere doch auch einmal, den Vorwurf aufzugreifen und umzukehren: „Das ist doch absurd.“ – „Wenn absurd heißt, dass ich hier einen ungewöhnlichen, noch nicht ausgetretenen Weg vorschlage, kann ich nur zustimmen.“

Das Gute an solchen Erwiderungen ist, dass sie gezielt auf die Aussage des Gegenübers eingehen. Damit zeigt man, dass man aufmerksam ist, die Situation unter Kontrolle hat und nicht mit sich spielen lässt. Diese Techniken brauchen allerdings etwas Übung.

Look at the "Rate Schedule" Sign, last line!

8.) Ins Leere laufen lassen!

Die letzte Strategie, die hier vorgestellt werden soll, gehört wieder zum Bereich der weichen Schlagfertigkeit. Hier liegt der Trick darin, dass man zugibt, im Moment keine schlagfertige Antwort parat zu haben. In gewisser Weise funktioniert die Methode so, als würde man die Tür aufreißen, um den Angriff ins Leere laufen zu lassen.

  • „Dazu fällt mir jetzt spontan nichts Sinnvolles ein.“
  • „Das ist Ihre Einschätzung.“
  • „Den Spruch muss ich erst einmal sacken lassen.“

Solche Sätze sind zwar ihrer Struktur nach defensiv, sie zeigen aber auch, dass du dich nicht so schnell aus der Ruhe bringen lässt. Du nimmst dir aktiv Zeit zum Nachdenken, um keinen Blödsinn von dir zu geben. Das zeugt von Souveränität und führt die Kommunikation behutsam zur Sachlichkeit zurück.

Coworkers in a business meeting

Humor, Respekt und Angemessenheit sind wohl die wichtigsten Kriterien, mit denen jede Form von Schlagfertigkeit zum Erfolg führt. Wie du siehst, heißt Schlagfertigkeit nämlich nicht immer, in Dieter-Bohlen-Manier andere vor den Kopf zu stoßen. Schlagfertigkeit führt im besten Fall zu einer Verbesserung der Kommunikation auf Augenhöhe. Ein ganz konkretes Beispiel hierfür sind etwa diese Antworten auf nervige Schwiegeroma-Sprüche

Noch viel mehr geniale Tricks, Projekte, Haushaltstipps und Ideen findest du in unserem neuen Buch, das du hier bestellen kannst.

Kommentare

Auch interessant