7 häufige Fehler, die Lottogewinner machen

„Wie hat man am schnellsten 1 Million auf dem Konto? Indem man 1 Milliarde verprasst.“ Dieser alte Witz erweist sich für Lottogewinner leider nicht selten als bittere Realität. Mit einem Schlag erhalten sie ein riesiges Vermögen und wenige Jahre später stehen sie vor einem Scherbenhaufen.

Ehemalige Lotto-Millionäre, die hoch verschuldet in einem Wohnwagen hausen, sind zwar nicht die Regel, aber leider auch keine Ausnahme. Schnell hört man da den Vorwurf: Wer schon vorher nicht mit Geld umgehen konnte, dem rinnen eben auch die Millionen durch die Finger!

Doch trifft der Lotto-Fluch selbst die sagenumwobene „schwäbische Hausfrau“, gestandene Handwerker und Menschen, die sich bereits ein kleines Unternehmen aufgebaut hatten. Der plötzliche Reichtum bedeutet einen solch gravierenden Einschnitt im Leben, wie ihn sich kaum jemand ausmalt, der im Kiosk um die Ecke seine Kreuze macht.

Nicht umsonst muss jeder, der den Jackpot knackt, zuerst zu einem der 16 deutschen Großgewinnberater, bevor er sein Geld ausgehändigt bekommt. Die Lottoberater warnen bei dieser Gelegenheit vor 7 Denkfehlern, die schnell das ganze Vermögen kosten können. Leider werden diese Punkte nicht immer befolgt.

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1.) „Ich bleib' ganz cool.“

Ein Millionengewinn gleicht einem Schock. Das Gehirn gerät unter Stress, Adrenalin wird ausgeschüttet, manche verfallen sogar in eine Art Panik.

Natürlich gibt es auch Leute, die den Jackpot entgegennehmen wie ein Pfund Fleischwurst an der Frischetheke. Doch sollte man sich hüten, die emotionale Achterbahnfahrt, die in einem vorgeht, zu unterschätzen. Wer sich einbildet, völlig cool zu sein, neigt zu Selbstüberschätzung bei schwierigen Entscheidungen. Der unverhoffte Geldregen überrollt einen wie eine Welle – und macht zuweilen blind.

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2.) „Geteiltes Glück ist doppeltes Glück.“

Lottoberater Lutz Trabalski hat über die Jahre hinweg eine Beobachtung gemacht: Besonders Menschen aus kleinen Verhältnissen haben das Bedürfnis, ihren Gewinn mit anderen zu teilen. Sie wissen genau, was materielle Sorgen sind, und fühlen eine Art Scham, so unverdient zu Reichtum gekommen zu sein.

Doch wird diese Freigebigkeit leicht zum Bumerang: Schneller, als man sich's versieht, ist man von Schnorrern und Neidern umgeben, einige Lotto-Millionäre werden sogar erpresst oder überfallen.

Gewohnheitsmillionäre fragt niemand nach Geld. Bei ihnen geht die Mehrheit davon aus, dass sie ohnehin nichts abgeben. Lottogewinnern wird der Reichtum dagegen weit weniger gegönnt. Hier herrscht der Glaube, das Geld müsse ihnen genauso locker sitzen, wie sie zu ihm gekommen sind.

„Niemandem von dem Gewinn erzählen!“, lautet daher die oberste Regel der Lottoberater. Nicht den Freunden, nicht den Nachbarn, nicht einmal der Verwandtschaft. Wer mit seinen Millionen Gutes tun will, sollte sie lieber anonym spenden oder in eine Stiftung investieren.

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3.) „Den Kindern ein besseres Leben ermöglichen.“

Es ist der Wunsch aller Eltern, dass es ihren Kindern einmal besser gehen möge als ihnen selbst. Doch sollte man insbesondere bei Minderjährigen äußerst behutsam mit dem neuen Reichtum umgehen und den Gewinn, wenn möglich, ganz verschweigen.

Denn wer könnte den Sprössling dann noch davon überzeugen, dass sich Leistung in der Schule lohnt? Dass man sich echte Freundschaft nicht durch Spendierfreudigkeit erkaufen kann? Dass es einem manchmal guttut, sich selbst zu beschränken?

Kinder sollten nach einem Millionengewinn nicht zu sehr aus ihrem normalen Leben herausgerissen werden. Keine leichte Aufgabe, wenn es plötzlich scheint, als könne man ihnen alles bieten.

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4.) „Sich Träume erfüllen.“

Auf die Frage, was man mit den gewonnenen Millionen machen wolle, antworten die meisten: mir meinen Traum erfüllen! Leider führt das gelegentlich zu überstürzten – und am Ende kostspieligen – Entscheidungen. Denn hinter Träumen steckt nur im seltensten Fall ein ausgetüftelter Finanzplan.

Gegen eine Weltreise ist sicher nichts einzuwenden. Größere Ausgaben oder Vorhaben, deren Konsequenzen man noch nicht zu Ende gedacht hat, sollten hingegen vorsichtig angegangen werden.

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5.) „Ich bin reich.“

Im Spiel 6 aus 49 liegt die durchschnittliche Jackpot-Ausschüttung bei 9 Millionen Euro. Ein satter Happen! Auf 10 Jahre verteilt, hat man pro Monat 75.000 Euro zur Verfügung, auf 100 Jahre verteilt, immer noch 7.500 Euro netto.

Doch Reichtum ist relativ. Als Mercedes-Manager bekam Dieter Zetsche jedes Jahr 9 Millionen Euro – und zählte damit noch nicht einmal zu den Superreichen des Landes. Lotto-Millionäre verschätzen sich hier oft, weil sie die Dimensionen dessen, was Reichtum bedeutet, noch nicht abschätzen können.

Vor allem fehlt Lotto-Millionären ein solides Netzwerk aus Vertrauten, Beratern und günstigen Kontakten. So werden sie leicht Opfer windiger Abzocker, Prahler und Betrüger. 

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6.) „Erst mal den Job kündigen.“

Die erste Amtshandlung vieler Lotto-Millionäre ist es, ihren Job zu kündigen. Die einen meinen, nie wieder arbeiten zu müssen, die anderen wollen sich so schnell wie möglich selbständig machen. Doch Lutz Trabalski warnt: „Bloß nicht die Arbeit kündigen!“ Zumindest nicht so bald.

Zum einen ist irgendwann auch das vollste Konto geleert. Denn mit dem Geld wachsen auch die Ansprüche und Verpflichtungen. Ein großes Anwesen, Autos und Yacht kosten laufend Unterhalt. Selbst Lotto-Millionäre, die ihren Gewinn in ein eigenes Unternehmen investieren, verschätzen sich oft: Da keine Kredite benötigt werden, kontrolliert keiner mit kritischem Blick den Unternehmensplan. Der Betrieb wird zu schnell und zu groß aufgezogen, Risiken werden ignoriert und der Mangel an eigener Erfahrung wird unterschätzt.

Zum anderen sollte man auch den sozialen Aspekt der Berufstätigkeit nicht außer Acht lassen: Die Mehrzahl der persönlichen Kontakte stammt aus dem Arbeitsumfeld und die Arbeitsroutine hilft, in der ersten Zeit einen klaren Kopf zu bewahren. Dieses Stück Bodenständigkeit ist angesichts des ungewohnten finanziellen Spielraums ungemein wichtig.

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7.) „Endlich alle Sorgen los.“

„Mo money, mo problems“, rappte einst der Musiker Notorious B.I.G. Der plötzliche Reichtum birgt auch seine Schattenseiten.

Denn mit dem neuen Leben wird nicht jeder auch unbedingt glücklicher. Manch einer wird aus Angst um sein Geld anderen gegenüber misstrauisch. Nicht selten erwacht in Lottogewinnern auch eine Eitelkeit sich selbst gegenüber: Sie werden unzufrieden mit ihrem Aussehen, unterziehen sich Schönheitsoperationen und kompensieren innere Leere mit Konsum. Und gehört zum neuen Leben nicht auch ein ganz neuer Mann, eine ganz neue Frau? Dass auf einen Lottogewinn ein kostspieliger Scheidungskrieg folgt, ist eine reale Gefahr.

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Keine Frage: Ein Sechser im Lotto ist eine großartige Sache, die einem niemand madig machen sollte! Lottogewinner seien aber nicht automatisch glücklich, sie hätten nur Glück gehabt. Das sei ein großer Unterschied, meint Lottoberater Trabalski.

Damit einem die Millionen nicht wie Sand durch die Finger rieseln, ist es wichtig, gelassen, nüchtern und diskret zu bleiben. Nur wer seine Ausgaben diszipliniert plant und so viel Normalität wie möglich beibehält, der wird an seinem Vermögen noch lange Freude haben.

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