15 Dinge, die andere typisch deutsch finden.

Rohes Hackfleisch aufs Brötchen? Fernsehen an Silvester? Vieles, was uns selbstverständlich erscheint, kommt Menschen aus anderen Ländern ziemlich merkwürdig vor.  Dabei kann es durchaus lehrreich sein, die eigenen Gewohnheiten auch einmal aus einer fremden Perspektive zu betrachten.

Die folgenden 15 Dinge fallen Deutschlandbesuchern besonders auf. Typisch deutsch? Die Liste birgt so manche Überraschung.

1.) Flachspüler

Dass man seinem Geschäft erst noch einmal zuwinkt, bevor es von der Wasserspülung in die dunklen Tiefen des Siphons gerissen wird, war hierzulande lange Standard. Erst seit den 1990er Jahren kommen mehr und mehr Tiefspüler (genauer: Kaskadenspüler) auf – vor allem aus Gründen der Geruchsbelästigung. Verbreitet sind die Fäkalien-Präsentierteller allerdings immer noch.

Wikimedia/Flammingo/CC-BY-SA-3.0

2.) Niemals vorab gratulieren

Wer in Deutschland einen Geburtstag vergisst, bei dem drückt man ein Auge zu. Wer jedoch schon mal vorab gratuliert, löst panikartige Abwehrreaktionen aus: Bloß nicht, das bringt Pech! Immerhin scheint auch der argentinische Papst Franziskus diesem Aberglauben anzuhängen. 

Happy Birthday!

3.) Harte Aussprache

Wörter wie „Strumpf“ oder „ernst“ bringen so manchen, der Deutsch lernen will, zur Verzweiflung. Viel zu viele Konsonanten auf einem Haufen! Noch seltsamer finden es allerdings viele, dass die Deutschen jedes Wort wie eine Kette explodierender Knallfrösche klingen lassen: „Schmetterling“ statt „mariposa“ (Spanisch), „Kugelschreiber“ statt „penna“ (Italienisch), „Flugzeug“ statt „avion“ (Französisch) oder „Gänseblümchen“ statt „daisy“ (Englisch).

pixabay

4.) Mettbrötchen

Zum Frühstück rohes Hack mit Zwiebeln aufs Brötchen – bei diesem Gedanken wird so manchem Ausländer flau im Magen. Die Party-Variante eines mit Salzstangen bestückten Igels macht es nicht besser. 

pixabay

5.) Bier am Morgen

Klar: Wer morgens Bier trinkt, ist Alkoholiker. Isst man jedoch Wurst und Brezel dazu, nennt es der Deutsche „Weißwurstfrühstück“. Wie so oft in kulturellen Fragen kommt es aufs Detail an.

Prost München

6.) Legales Gewerbe

Prostitution gilt in Deutschland seit 2002 als normales Gewerbe und ist damit sozialversicherungs- und steuerpflichtig. So steht seit 2011 am Bonner Straßenstrich ein Steuerticket-Automat. Nur mit gültigem Ticket darf um Freier geworben werden. Die Einnahmen pro Jahr: 35.000 Euro.

Wikimedia/Sir James/CC-BY-SA-3.0

7.) Kein Tempolimit

Was hat Deutschland mit Nepal, Burundi, Afghanistan und Nordkorea gemeinsam? Hier darf auf den Autobahnen gebrettert werden, was der Tacho hergibt. Aufgrund der Straßenverhältnisse ist das allerdings bloß in Deutschland umsetzbar. Egal, was Umweltschützer und Sicherheitsexperten sagen: An diese heilige Kuh traut sich kein deutscher Politiker ran.

pint1

8.) Schultüten

Oft ist sie größer als das Kind selbst: die Zuckertüte. Dass Kinder zur Einschulung beschenkt werden, ist global gesehen eine absolute Seltenheit. In Russland zollt man beispielsweise eher der Lehrerin Respekt, indem man ihr Blumen überreicht. Allerdings gibt es zwischen Ost- und Westdeutschland Unterschiede: Im Westen der Republik sind die Schultüten im Schnitt 15 cm kleiner.

Einschulung 2

9.) Dinner for One

Was gehört zu Silvester? Raketen, Sekt und „Dinner for One“. Darin sind sich die Deutschen einig. Dass der englischsprachige Sketch um Miss Sophies 90. Geburtstag ausschließlich hier geguckt wird, ist dabei nur wenigen klar. Mittlerweile wird die NDR-Produktion immerhin auch in der Schweiz und in Österreich ausgestrahlt. „Same procedure as every year!“

pint1

10.) Apfelschorle und Diesel

„Saft mit Wasser verdünnen? Warum sollte man das tun?“, fragt sich der US-Amerikaner. Und damit steht er nicht allein: Will man im Urlaub ein Glas Apfelschorle bestellen, sucht man vermutlich nicht nur im Sprachführer vergeblich. Dass man andernorts eher selten Apfelsaft mit Mineralwasser verdünnt, mag wohl daran liegen, dass auch kohlensäurehaltiges Wasser ein ausgesprochen deutsches Phänomen ist. Sprudelnd mögen andere Nationen ausschließlich gezuckerte Limonade und Bier. Allerdings: Wenn man beispielsweise in England ein Bier mit Cola bestellt, bekommt man: ein Glas Bier und ein Glas Cola. Erklärt man die Absicht, diese zu mischen, wird man für verrückt erklärt.

El_Greco_schorle

11.) Mülltrennung

Deutschland ist Weltmeister! Zumindest beim Thema Mülltrennung: Selbst zu Hause trennt der Deutsche fleißig Plastik-, Papier-, Glas- und Bio-Abfälle. Die Mülltonnen werden derweil mit einem Spezialschloss gegen „Fremdbefüllung“ geschützt und nicht selten nach der Entleerung von professionellen Unternehmen gereinigt. Wann der Pfandflaschenrückgabetag offiziell zu einem Feiertag erklärt wird, steht indessen noch in den Sternen.

pixabay

12.) Erlaubt / nicht erlaubt

In Deutschland ist es nicht verboten, aus dem Gefängnis auszubrechen. Illegal ist es hingegen, wenn einem auf der Autobahn das Benzin ausgeht. Ach ja, falls es jemand noch nicht wusste: Das Schwimmen im Abwasserkanal ist in Deutschland ebenfalls nur mit Sondergenehmigung erlaubt!

pixabay

13.) Babynamen

„Nelkenheini“, „Zecke“ und „Störenfried“ sind nur drei Beispiele, in denen die Behörden skurrile Namenswünsche von Eltern abgeblockt haben. Dass der deutsche Staat in dieser Angelegenheit überhaupt mitreden darf, finden manche ausländischen Besucher befremdlich – andere würden sich so etwas freilich auch in ihrem Land wünschen. Die Behörden geben den Eltern allerdings auch hierzulande einigen Freiraum: „Ikea“, „Despot“ und „Matt-Eagle“ wurden akzeptiert

pixabay

14.) Kulturnation

„Niemand auf der Welt bekommt so viel dummes Zeug zu hören wie die Bilder in einem Museum“, heißt es. Das gilt vor allem für Kunstwerke in deutschen Galerien. Nirgendwo besuchen mehr Menschen kulturelle Einrichtungen wie Theater, Konzerte und Ausstellungen als in Deutschland. Die Museen ziehen insgesamt sogar mehr Besucher an als sämtliche Fußballstadien. Ist Fußball wirklich sooo langweilig?

pint1

15.) Döner

Zugegeben, Döner Kebab ist ein traditionelles türkisches Gericht. Aber so, wie wir ihn kennen – Fleisch, Salat und Soße im Fladenbrot –, ist er typisch deutsch. Mehr als 16.000 Döner-Imbisse gibt es zwischen Isar und Elbe, kein Fastfood isst der Deutsche lieber. Ob der Döner tatsächlich in Berlin erfunden wurde oder doch eher in Reutlingen oder Istanbul, ist umstritten. Die deutsche Version ist in der Türkei auf jeden Fall bislang ein Flop: Weißkohl, Rotkraut, Zwiebeln und Kräutersoße aufs Fleisch? Das kommt höchstens bei den deutschen Touristen an. 

Döner!

Deutschland ist weit mehr als Bier, Autos und Urlaub auf Mallorca. Die wirklich speziellen Dinge fallen einem jedoch erst auf, wenn man sich mit Menschen aus anderen Ländern unterhält. Dass die manchmal komisch finden, was für uns total normal ist, hilft immerhin, sich selbst nicht allzu ernst zu nehmen. 

Wie lustig es ist, wenn ein Engländer erklärt, wie man ein richtiger Deutscher wird, erfährst du hier. Aber was ist das für dich: typisch deutsch zu sein?

Kommentare

Auch interessant