9 Dinge im Haushalt, die man selbst reparieren kann

Sind Baumarktbesucher die besseren Menschen? Das findet zumindest Wolfgang M. Heckl, seines Zeichens Generaldirektor des Deutschen Museums in München. In seinem Buch „Die Kultur der Reparatur“ führt er aus, wie der praktische Umgang mit Schraubenzieher, Zange & Co. den Menschen mit der Welt in Einklang bringt. Heckl ist sich sicher: Wer versteht, wie die Dinge um ihn herum funktionieren, lebt nicht nur selbstbestimmter und glücklicher, sondern bringt auch seiner Umgebung mehr Achtung entgegen. Dass man beim Reparieren auch noch Geld spart und Müll vermeidet, ist da ein schöner Nebeneffekt.

Leider ist es so, dass viele Dinge heute absichtlich so gebaut werden, dass man sie nicht reparieren kann. Nichtsdestotrotz gibt es immer noch einiges, was man selbst in die Hand nehmen kann. Hier folgen ein paar Beispiele für kleinere Reparaturen, für die man keinen Handwerker braucht:

Repairman with tools

1.) Spülkorb

Die Wunderwaffe gegen kaputte Drähte und Risse im Blech heißt Knetmetall bzw. Modellierkleber. Die Masse wird einfach in Form gebracht und ist nach wenigen Stunden so hart, dass man sie sogar abschleifen kann. Da Knetmetall wasserfest ist, ist die Stelle sogar vor Rost geschützt – ideal zum Beispiel für kaputte Kleinteile in der Spülmaschine.

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2.) Tür

Gelegentlich kommt es vor, dass eine Tür nicht mehr richtig schließt, selbst wenn sie noch einwandfrei in den Türrahmen passt. Meist hat sich die Einstellung verzogen und der „Schnapper“ fällt nicht mehr in die Aussparung am Türrahmen. Um die Tür korrekt zu justieren, hilft es, den „Schnapper“ mit Lippenstift anzumalen. So wird genau markiert, wie weit und in welche Richtung die Tür anschließend an den Bändern neu eingestellt werden muss.

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3.) Reißverschluss

Du schließt deine Jacke, aber der Reißverschluss geht unterhalb des Schiebers gleich wieder auf? Dann ist vermutlich der Schieber ausgeleiert. Der Spalt zwischen Ober- und Unterseite des Schiebers ist zu groß geworden und verzahnt die beiden Bänder nicht mehr fest genug miteinander. Lösung: Drücke mit einer Zange den Schieber vorsichtig zusammen. Achte allerdings darauf, nicht zu fest zu drücken, da der Schieber sonst bricht.

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4.) Löcher

Früher wurden Löcher in Hemden und Socken noch regelmäßig gestopft. Heutzutage ist Kleidung so billig, dass sich im Falle eines Falles kaum noch jemand die Mühe macht, sie zu flicken. Aus ökologischer Sicht ist das aber ein Fehler: So werden etwa für die Herstellung eines einzigen T-Shirts bis zu 15.000 Liter Wasser verbraucht.

Kaputte Textilien stopfst du so:

Spanne zunächst den Stoff, sodass du das Loch gut siehst und es nicht verrutschen kann. Ziehe mit dem Stopfgarn in gleichmäßigem Abstand Querfäden über das Loch. Sie sehen nun aus wie die Sprossen einer Leiter. Webe nun mit dem Garn Längsfäden durch die Querfäden – immer abwechselnd einmal darüber und einmal darunter hindurch.

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5.) Waschmaschine

Egal, ob einem ein rätselhafter Gestank entgegenweht, die Tür sich nicht öffnet oder der Schleudergang nicht startet – für viele Waschmaschinen-Probleme ist ein verstopftes Flusensieb verantwortlich. Kontrolliere daher immer zuerst das Flusensieb, bevor du einen Handwerker bestellst.

Über weitere Reparatur-Tricks für Waschmaschinen informiert dich dieser Artikel

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6.) Wasserhahn

Tropft der Wasserhahn, ist oft die Kartusche im Innenteil der Armatur verkalkt. Um sie zu entkalken oder auszutauschen, muss man als Erstes das Eckventil vom Wasserzulauf abdrehen und das Restwasser aus dem Hahn laufen lassen. Nun gilt es, die richtige Schraube zu finden. Sie ist meist unter der kleinen rot-blauen Blende am Hebel des Wasserhahns versteckt. Lockere die Schraube, nimm den Hebel ab und löse mit einer Rohrzange den Ring, der die Kartusche festhält. Nimm die alte Kartusche am besten mit in den Baumarkt, um das passende Ersatzteil zu finden.

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7.) Handy

Ist dir dein Handy ins Wasser gefallen, solltest du es schnell in einen Beutel mit Reis legen. Der Reis zieht Feuchtigkeit an und hilft so, dass das empfindliche Gerät schnell trocknet, ohne Schaden zu nehmen. Zahlreiche Handys wurden auf diese Weise schon gerettet.

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8.) Fliesen

Wird ein neuer Fußboden verlegt, sollte man den Bodenleger immer darum bitten, etwas von den übrig gebliebenen Materialien dazulassen. Denn geht zum Beispiel mal eine Fliese kaputt, so kann man diese problemlos austauschen. Schneide zunächst mit einem stabilen Cutter den Fugenmörtel rund um die kaputte Fliese heraus. Entferne dann die kaputte Fliese Stück für Stück mit Hammer und Meißel. Befreie den Untergrund von altem Fliesenkleber und Staub und setze die neue Fliese mit Fliesenkleber ein. Jetzt musst du nur noch die Fugenmasse anbringen. Unter Umständen hebt sich die neue Fliese die ersten Tage farblich noch etwas ab, doch das gleicht sich mit der Zeit aus.

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9.) Abfluss

Ständig landen Dinge im Abfluss, die da eigentlich gar nicht hineingehören. Bis es irgendwann so weit ist: Der Abfluss ist verstopft. Für einen chemiefreien Rohrreiniger vermengst du einfach Backpulver mit Salz. Schütte dieses Gemisch in den Abfluss und gieße warmen Essig hinterher. Abschließend spülst du mit einem Liter heißem Wasser nach und die Verstopfung ist gelöst.

Natürlich sind diese 9 Punkte nur Beispiele, die Mut machen sollen, kaputte Dinge selbst zu reparieren, anstatt sie gleich zu entsorgen oder den Fachmann zu rufen. Gelingt der Reparaturversuch nämlich nicht, kann man das ja immer noch tun. Achtung allerdings bei Elektronik: Hier sollte stets ein Experte ran! Für alle anderen Bereiche findest du in einem zusätzlichen Artikel 15 weitere Heimwerker-Tricks, die einem aus der Patsche helfen.

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