Hefe selber machen? 4 Gründe, warum sich das wirklich lohnt

Hefe selbst zu machen, ist nicht schwer, noch dazu kann es geschmacklich eine riesige Bereicherung für deine Küche sein. Denn du kannst sie sowohl in einer süßen Variante zum Beispiel mit Datteln, Rosinen oder anderen Trockenfrüchten herstellen als auch in einer herzhaften Variante mit Bier oder Tomaten. So kannst du deinem nächsten Hefezopf oder deiner Pizza eine besondere Note verleihen. Hier erfährst du, welche 4 Gründe noch dafür sprechen, Hefe lieber selbst zu machen.

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1.) Es ist einfach, Hefewasser selber zu machen.

Zutaten für Hefewasser:

  • 500 ml lauwarmes Wasser
  • 1 EL Zucker
  • 2 ungeschwefelte Datteln (bzw. die gleiche Menge an Rosinen oder anderen Trockenfrüchten)

Zuerst gibst du das Wasser in ein passendes Gefäß, zum Beispiel ein Schraub- oder Bügelglas. Dann fügst du den Zucker hinzu, verschließt das Gefäß und schüttelst es. Zuletzt kommen die Datteln oder Rosinen hinzu. Nun schließt du das Gefäß wieder und stellst es an einen warmen Ort. Jeweils morgens und abends schüttelst du den Behälter und öffnest kurz den Deckel. Nach 7 bis 10 Tagen hat die Hefe ihren typischen Geruch und es haben sich viele Bläschen gebildet – sie ist fertig zum Gebrauch. 

Wenn das Hefewasser frisch ist, reichen die 500 ml für 1 kg Mehl. Wenn es erneut angesetzt wird, verbessert sich die Triebkraft, sodass es für 2 kg reicht. Die vorgesehene Menge an Wasser oder Milch im Rezept reduziert du entsprechend und du brauchst dann natürlich auch keine separate Hefe mehr. Vor der Verwendung musst du nur die Datteln bzw. Rosinen herausfischen und das Hefewasser gut schütteln.

Wichtig: Achte darauf, dass sich im Hefewasser kein Schimmel bildet. Du erkennst das an einem unangenehmen Geruch bzw. kannst den Schimmel auch sehen. Falls das passiert, musst du alles wegschütten und einen neuen Versuch unternehmen.

Sourdough

2.) Man kann Hefe sogar aus Kartoffeln herstellen.

Zutaten für Kartoffelhefe:

  • 2 mittelgroße Kartoffeln (gekocht und abgekühlt)
  • 1 TL helles Bier
  • 1 TL Zucker

Ein paar Kartoffeln finden sich immer in der Küche. Beim nächsten Mittagessen kannst du auch einfach zwei gekochte Kartoffeln abzwacken. Für Kartoffelhefe musst du die Kartoffeln lediglich fein reiben, gründlich mit Bier und Zucker vermischen und in ein Schraubglas füllen. Die Mischung (die übrigens für 1 kg Mehl reicht) muss etwa 3 Tage an einem warmen Ort gehen, dann kann sie verwendet werden.

Potatoes

3.) Wilde Hefe wird nie alle.

Du kannst selbstgemachte Hefe immer wieder vermehren. Hierfür kannst du entweder gleich einen Teil (150-200 ml) des selbstgemachten Hefewassers abzweigen und gleich neu ansetzen oder du bewahrst es für 1-2 Wochen im Kühlschrank auf und setzt es dann neu an. Zum Neu-Ansetzen entfernst du die alten Trockenfrüchte und fügst neue Früchte sowie Zucker hinzu. Dann füllst du mit Wasser auf 500 ml auf.

Tipp: Auch die Herstellung von Anstellgut aus Sauerteig ist eine gute Möglichkeit, um beim Backen vorzusorgen. Das Prinzip ist das gleiche wie bei der wilden Hefe: Du behältst einen Teil des Sauerteigs zurück und kannst ihn als Starterkultur für den nächsten Teig nehmen, der dann schneller geht.

Sourdough starter, day 2

4.) Selbstgemachte Hefe ist gesünder.

Wenn du zu den Menschen gehörst, die von Brot und Pizza öfter mal Bauchgrummeln oder Verstopfung bekommen, kann das daran liegen, dass du die handelsübliche (industriell hergestellte) Hefe nicht verträgst. Aber nicht nur in Sachen Verträglichkeit, sondern auch in Bezug auf den Vitamingehalt ist die wilde Hefe der Fertighefe überlegen. Denn sie hat einen höheren Vitamin-B-Gehalt.

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Wenn du keine Zeit hast, abzuwarten, bis deine wilde Hefe einsatzfähig ist, gibt es noch eine andere Ausweichmöglichkeit. Du kannst nämlich einen Pizzateig auch ohne Hefe machen. Das ausführliche Rezept hierfür findest du in unserem Artikel über 20 DIY-Tricks beim Backen. Warum zu viel Hefe im Pizzateig grundsätzlich keine gute Idee ist, erfährst du in unserem Beitrag über 6 häufige Pizza-Fehler.

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