10 Beispiele aus dem Alltag, wie unterschiedlich Haushaltsgegenstände weltweit sind.

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Im Folgenden findest du eine Zusammenstellung von 10 Haushaltsgegenständen, die in gewisser Weise nationale Eigenheiten sind. In anderen Ländern gibt es sie nicht oder sie sehen dort völlig anders aus. Überzeuge dich selbst, wie unterschiedlich Haushalte weltweit sein können.

1.) U-förmiger Toilettensitz (USA)

Die Toilettensitze mit der Lücke finden sich in den USA vor allem in öffentlichen WCs. In privaten Wohnungen und Häusern herrscht wie bei uns das geschlossene, O-förmige Modell vor.

pixabay/jarmoluk

Die Lücke im Sitz wird offiziell mit Hygienestandards begründet. Frauen sollen sich dadurch abwischen können, ohne mit der Hand die Toilette zu berühren. Die u-förmigen Sitze finden sich allerdings auch auf Herren-WCs.

Eine andere, nicht bestätigte Erklärung führt an, dass mit der Lücke lediglich Materialkosten bei der Herstellung der Sitze eingespart werden sollen.

pikabu/quietomut

2.) Dusch-WC (Japan)

Aber nicht nur die Amerikaner unterscheiden sich beim stillen Örtchen vom Rest der Welt. Insbesondere Japan ist uns in Sachen Abort um Lichtjahre voraus.

Während in Deutschland nicht einmal Bidets verbreitet sind, finden sich in Japan fast überall Dusch-WCs, also die Kombination aus Toilette und Bidet.

Diese sind technisch derart aufgerüstet, dass der Toilettensitz auf Körpertemperatur erwärmt werden kann. Außerdem können die Temperatur und der Druck des Wasserstrahls reguliert werden und ein geruchsfilternder Lüfter darf selbstverständlich auch nicht fehlen.

 
 
 
 
 
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3.) Automatische Badewanne (Japan)

Aber nicht nur in Bezug auf Toiletten leben die Japaner bereits in der Zukunft, während wir hierzulande noch in der Steinzeit hausen. So finden sich in Japan automatisierte Badewannen, die keinen klassischen Wasserhahn besitzen.

Stattdessen werden sie über ein Panel an der Wand gesteuert, über das man Wassertemperatur und -menge einstellt. Das Wasser strömt über eine Art Wasserhahn, der ähnlich aussieht wie die dicken Knöpfe mancher Stöpselvorrichtungen, aus der Wannenwand in die Wanne.

Es wird nie mehr Wasser eingefüllt, als in die Wanne passt. Darüber hinaus kann das in der Wanne befindliche Wasser über das Panel wieder erwärmt werden.

 
 
 
 
 
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4.) Keine Spülmaschine (Brasilien)

Gerade einmal ein knappes Prozent verfügt hierzulande über ein Bidet, wohingegen mehr als 70 % der Privathaushalte in Deutschland eine Geschirrspülmaschine besitzen.

Während hier nur eine Minderheit per Hand abwäscht, ist es in Brasilien die Regel, denn dort sind Spülmaschinen praktisch nicht existent.

Es sind die üblichen Vorbehalte: Das Gerät nehme zu viel Platz in den eh schon kleinen Küchen ein, es verbrauche zu viel Wasser und Strom, die Reinigung per Hand sei hygienischer, die Installation sei kompliziert usw.

 
 
 
 
 
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5.) Zugemauerte Fenster (England)

Ab dem Jahr 1696 wurden Wohnungs- und Hausbesitzer in England fast eineinhalb Jahrhunderte lang mit einer Fenstersteuer zur Kasse gebeten. Die Gebühr war gestaffelt; so zahlte man anno 1747 für zehn bis vierzehn Fenster 6 Pence pro Fenster, für fünfzehn bis neunzehn 9 Pence und ab zwanzig Fenstern 1 Schilling (= 12 Pence) pro Fenster.

Es gab aber auch Zeiten, in denen lediglich die ersten sechs Fenster steuerfrei waren. Arme Familien umgingen diese Steuer, indem sie die Fenster in ihren Wohnungen zumauerten, wovon einige Gebäude noch heute zeugen.

1851 wurde die Steuer aufgehoben. Die Gegner der Fenstersteuer setzten sich mit den Argumenten durch, dass es eine ungerechte Steuer sei, die vor allem die Armen träfe, und dass man damit eine Gebühr auf Licht und Luft erheben würde.

wikimedia/CC BY-SA 3.0/Whilesteps

6.) Lichtschalter (England)

In einigen alten englischen Häusern findet sich im Badezimmer anstelle eines Lichtschalters solch eine Kordel, um das Licht an- und auszuschalten. Manche befürchteten, dass die Feuchtigkeit, die zum Beispiel beim Duschen entsteht, in den Lichtschalter eindringen und zu einem Kurzschluss und einen elektrischen Schlag führen könnte, wenn der Schalter bedient wird.

Anstatt den Lichtschalter außerhalb des Bads anzubringen, war die bevorzugte Lösung, eine Kordel, an der man ziehen muss, zu installieren.

Pikabu/DucanKir

7.) Tostadora (Chile)

Anstatt auf einen elektrischen Toaster mit Brötchenaufsatz schwören die Chilenen auf ihren tostadora. Dabei handelt es sich im Grunde um ein kleines Grillgitter, das auf das Kochfeld eines Gasherds gestellt wird. So kann all das Brot, das einfach nicht in die Schlitze eines elektrischen Toasters passen würde, auf das Gitter gelegt und bei offener Flamme geröstet werden, wodurch es angeblich zudem besser schmeckt, als wenn es im Toaster zubereitet worden wäre.

8.) Milchtüten (Kanada)

In der DDR wurde bis kurz nach der Wende Milch in Plastikbeuteln verkauft – in Kanada ist das heute noch der Fall. Diese Beutel haben keinen Verschluss, keine Tülle, nichts zum Aufreißen oder dergleichen – einfach nur in Plastik eingeschweißte Milch.

Das Plastik ist stabil genug, damit es nicht reißt, dennoch ist die eingeschweißte Milch ähnlich wabbelig wie ein Wasserballon, was das Öffnen und Eingießen entsprechend schwierig gestaltet.

Deshalb gibt es spezielle Kannen, die aussehen wie Messbecher. Der Beutel wird hochkant hineingestellt und dann an einer Ecke aufgeschnitten. Die Milch bleibt im Beutel und wird aus der Kanne heraus eingeschenkt.

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Größere Mengen Milch (z.B. 4 Liter) werden in größeren Tüten verkauft, die drei bis vier solcher Beutel beinhalten. Außerdem gibt es ein spezielles Schneidewerkzeug – Markenname Snippet –, um die Milchbeutel zu öffnen. So ist keine – möglicherweise verschmutzte – Schere erforderlich.

Diverse Plastikfolien, eine eigene Plastikkanne, in Plastik eingeschweißtes Spezialwerkzeug aus Plastik: Umweltschützer werden sicherlich froh sein, das kanadische Milch alternativ auch in Flaschen und Kartons erhältlich ist.

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9.) Kimchi-Kühlschrank (Südkorea)

Kimchi bezeichnet sowohl eine spezielle Zubereitungsart von Gemüse als auch das derart zubereitete Gemüse selbst und gehört wie Reis zu praktisch jeder Mahlzeit in Korea. Allerdings kann Kimchi nicht im Kühlschrank aufbewahrt werden, da es nach spätestens einer Woche darin sauer werden würde.

Stattdessen gibt es spezielle Kimchi-Kühlschränke, in denen es kälter, die Temperatur konstanter, die Luftfeuchtigkeit höher und die Luftzirkulation geringer ist als in gewöhnlichen Kühlschränken. So kann Kimchi bis zu vier Monate lang frisch gehalten werden.

 
 
 
 
 
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Ein von @binna_mon geteilter Beitrag am

10.) Brotschneidemaschine (Deutschland)

Aber nicht nur die koreanische Esskultur führt zu einzigartigen Haushaltsgegenständen, die über die Landesgrenze hinweg nahezu unbekannt sind. Deutsche Essgewohnheiten haben zum Beispiel die Brotschneidemaschine hervorgebracht.

Denn während Brot weltweit eher als Sättigungsbeilage betrachtet wird, gilt es in Deutschland als vollwertige Hauptmahlzeit und geradezu als Kulturgut, das eine eigene Maschine zum Scheibenschneiden verdient hat.

Historisch liegt die Vorliebe für Brot u.a. darin begründet, dass die geografische Lage den Anbau vieler verschiedener Getreidesorten begünstigte und dass die Bäcker- und Müllergesellen zum Abschluss ihrer Lehre traditionell auf Wanderschaft gingen und dabei ihr Wissen über Brot verbreiteten.

 
 
 
 
 
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Ein Beitrag geteilt von Trakos (@ted_trakos) am

Andere Länder, andere Haushaltsgegenstände. Was für den einen normal und fester Bestandteil des Alltags ist, ist für manch anderen vollkommen fremd.

Vor allem in Japan finden sich nicht nur automatisierte Sanitäranlagen, sondern viele weitere eigenartige Erfindungen und Gewohnheiten, die auf Außenstehende mitunter exotisch wirken.

Noch viel mehr geniale Tricks, Projekte, Haushaltstipps und Ideen findest du in unserem neuen Buch, das du hier bestellen kannst.

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