Gemüse, das in rohem Zustand giftig ist.

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Dass Gemüse gesund ist, steht außer Frage. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte jeder Mensch täglich 2 Portionen Obst und 3 Portionen Gemüse essen. Doch nicht immer ist alles bedenkenlos genießbar. Einige Gemüsearten solltest du auf keinen Fall roh verzehren, denn sie können Vergiftungen hervorrufen. Dieser Artikel zeigt dir, bei welchen Gemüsearten der Kochtopf dringend nötig ist und wann du die Finger gänzlich von ihnen lassen solltest.

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1.) Zucchini und Kürbis

Zucchini und Kürbisse können in aller Regel auch roh verzehrt werden. Man sollte allerdings bei bitter schmeckenden Früchten aufpassen. Denn sie enthalten giftige Bitterstoffe, sogenannte Cucurbitacine, die zu Übelkeit, Magenschmerzen und Schäden am Darm führen können.

Aus den Zucchini und Kürbissen, die du im Supermarkt kaufen kannst, wurden die schädlichen Bitterstoffe herausgezüchtet. Sie finden sich in der Regel eher bei Pflanzen aus dem eigenen Garten, wenn sich Speisekürbisse mit Zierkürbissen kreuzen, weil sie nah beieinander angebaut wurden, oder aber wenn Hobbygärtner wiederholt ihr eigenes Saatgut verwenden, wodurch es zu Rückkreuzungen kommen kann.

Da die Bitterstoffe hitzebeständig und kaum wasserlöslich sind, kann das Gift übrigens weder durch Kochen noch durch andere Garverfahren neutralisiert werden. Es gab sogar Fälle, in denen Kleingärtner an ihren selbstgezüchteten Zucchini gestorben sind, so z.B. im Jahr 2015, als ein 79-Jähriger in Heidenheim verstarb.

Merke: Wenn Zucchini & Co. bitter schmecken, lass die Finger davon!

2.) Tomaten

In diesem Fall sind die unreifen, grünen Tomaten giftig. Das Lieblingsgemüse der Deutschen gehört zu den Nachtschattengewächsen und enthält Solanin – ursprünglich, um sich gegen Fressfeinde zu wappnen. Unreife Tomaten enthalten bis zu 32 mg Solanin auf 100 g Gemüse, wobei sich schon die Aufnahme von 80 g unreifer Tomaten deutlich im Körper bemerkbar macht: Es kommt zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfen und Sehstörungen. Größere Mengen von 400 mg können sogar tödlich sein.

Da Solanin ebenfalls nicht durch Kochen neutralisiert wird, solltest du unreife Tomaten grundsätzlich nicht verzehren. Lass sie zu Hause nachreifen und schneide den Stielansatz heraus, da sich in ihm besonders viel von dem giftigen Stoff befindet. Bedenkenlos essen kannst du natürlich Sorten, die auch im reifen Zustand grün oder gelb bleiben.

Merke: Unreife Tomaten sind giftig!

Fresh Local: Green Zebra Tomatoes: Cut hero

3.) Kartoffeln

Kartoffeln gehören wie die Tomaten zu den Nachtschattengewächsen und enthalten somit ebenso den giftigen Stoff Solanin. Ein Kilogramm kühl und dunkel gelagerte Kartoffeln können rund 200 mg Solanin enthalten. Bei Kartoffeln, die im Licht gelagert werden, bilden sich grüne Stellen, die besonders viel Gift enthalten und – ebenso wie austreibende Keime – vor dem Kochen großzügig entfernt werden sollten.

Als Faustregel gilt: 2–5 mg Solanin pro Kilogramm Körpergewicht sind giftig. Ein Erwachsener müsste aber schon um die 2 kg rohe Kartoffeln essen, um in Lebensgefahr zu geraten. Bei Kleinkindern reicht allerdings schon ein Bruchteil. Solanin wird – wie bereits erwähnt – nicht vom Kochen zerstört, also ist Vorsicht geboten.

Merke: Genau hinschauen und grüne Stellen und Keime vor der Zubereitung entfernen!

4.) Grüne Bohnen

Grüne Bohnen gehören zu den Hülsenfrüchten und enthalten von Natur aus das Eiweiß Phasin. Dieses bindet sich an die roten Blutkörperchen und lässt sie verklumpen. Damit ist der Sauerstofftransport im Blut behindert und es kommt zu Übelkeit, Schüttelfrost, Krämpfen und Durchfällen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem Kreislaufkollaps kommen. Dafür reichen eine Handvoll Bohnen bei Erwachsenen und 5–6 Bohnen bei Kindern aus.

Das Gute ist, dass der Giftstoff Phasin – im Gegensatz zum Solanin in Kartoffeln und Tomaten – beim Kochen zerstört wird. Schon 15 Minuten kochen reichen aus, um ihn für den Menschen unschädlich zu machen.

Merke: Bereits 3–10 grüne Bohnen im rohen Zustand reichen für einen Erwachsenen aus, schwere Vergiftungserscheinungen zu bekommen!

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5.) Auberginen

Auch die Aubergine zählt zu den Nachtschattengewächsen. Du solltest unreife Früchte demnach nicht roh verzehren und unbedingt nachreifen lassen. Wobei moderne Züchtungen, die du im Supermarkt bekommst, keine oder nur geringe Mengen an Solanin enthalten und du sie auch im unreifen Zustand verzehren könntest. Allerdings schmecken sie furchtbar bitter und du würdest schon kleine Bissen wieder ausspucken. Egal für welche Zubereitung solltest du daher nur reife Früchte verwenden.

Merke: Unreife Auberginen sind sehr bitter und nicht zum Verzehr geeignet!

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6.) Rhabarber

Rhabarber gehört aus botanischer Sicht zum Gemüse und nicht zum Obst – selbst wenn er als Kuchenbelag eine Delikatesse ist. Rhabarber enthält die für den Menschen giftige Oxalsäure. Sie steckt zwar vor allem in den Blättern, kommt aber auch in geringeren Mengen in den Stängeln vor. Ein Kilogramm Rhabarber enthält ungefähr 5 g Oxalsäure. Eine Menge von 5–15 g ist je nach Körpergewicht tödlich. So müsste ein Erwachsener also 1–3 kg rohen Rhabarber zu sich nehmen.

Menschen mit Gicht, Rheuma oder Nierenproblemen sollten dennoch besser gänzlich auf rohen Rhabarber verzichten. Der Gehalt der Oxalsäure kann durch Kochen verringert werden, da sie in das Kochwasser übergeht. Dieses solltest du nach dem Kochen also unbedingt abgießen. Außerdem hilft es, für den Verzehr besonders auf rote Stängel zu achten.

Merke: Roh und sauer, macht dich Rhabarber krank!

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Aber auch einige andere Gemüsesorten und sogar Obst enthalten versteckte Gifte. So sollte Spinat nicht wieder aufgewärmt werden und bei Rucola, Kopf- und Feldsalat sollten die Blattstiele sowie die äußeren Blätter und Rippen nicht mitgegessen werden. Aufpassen muss man auch bei Muskatnuss und den Kernen von Äpfeln, Aprikosen und Pfirsichen. Sogar reife Holunderbeeren, frisch vom Strauch gepflückt, können Erbrechen und Durchfall auslösen.

BildAprikose

Für Erwachsene sind die Gifte in Obst und Gemüse in den aller meisten Fällen eher wenig gefährlich, da man für eine schädliche Dosis sehr große Mengen davon essen müsste. Bei Kindern sieht das Ganze allerdings schon anders aus! Man sollte daher immer darauf achten, dass sie sich nichts unbemerkt in den Mund stecken. Rohes Gemüse sollte zudem für Kinder unzugänglich aufbewahrt werden.

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Quelle:

gartentipps, geo

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