Filmszenen, die nichts mit der Wahrheit zu tun haben.

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Filme sind ein wichtiger Bestandteil unserer Kultur und Nahrung für die Seele. Sie drehen sich um Träume, Sehnsüchte, Wünsche, aber oftmals auch um Probleme und Realitäten. Dabei glauben wir häufig das, was uns die Filmindustrie vorspielt. So gibt es einige Mythen, die wir bis heute hartnäckig für bare Münze nehmen. Doch sind die dargestellten Szenen wirklich glaubhaft oder gar zur Nachahmung empfohlen?

Wir haben dir 10 Film-Fakten herausgesucht, die du so lieber nicht glauben solltest. Schon gar nicht, wenn du in einer Notsituation überleben willst. 

Szene 1: Du kannst frisch gefangenen Fisch roh essen.

In Filmen wie „Castaway“ mit Tom Hanks, in denen Menschen auf einsamen Inseln stranden, sieht man häufig Szenen, in denen die Gestrandeten rohen Fisch essen, den sie gerade gefangen haben. Doch auch wenn einige von uns viel und gern Sushi essen, ist es nicht ganz das Gleiche. Was diese Filme nämlich nicht zeigen, ist, dass roher Fisch häufig Bakterien und Würmer enthält, die ernste Verdauungsbeschwerden hervorrufen können. Und da man auf einer einsamen Insel selten einen Erste-Hilfe-Kasten dabei hat oder ein Arzt in der Nähe ist, solltest du den Fisch also unbedingt vorher über Feuer kochen oder braten. Dasselbe gilt für das frische Blut von Tieren. Dieses solltest du selbst dann nicht trinken, wenn du kurz vor dem Verdursten bist. 

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Szene 2: Hebe dir Wasser auf, wenn du dich verlaufen hast. 

Jeder kennt sicherlich die ein oder andere Filmszene, in der der Protagonist sich im Wald oder der Wüste verirrt und nur noch einen kleinen Schluck Wasser übrig hat und sich diesen so lange wie möglich aufspart. Dies hilft allerdings nur dabei, die Spannung aufrechtzuerhalten. Denn wenn du durstig bist, solltest du dich, besonders in warmen Regionen, in den Schatten setzen, versuchen, deinen Körper zu kühlen, und trinken. Wenn du der Sonne ausgesetzt bist und den Drang zu trinken unterdrückst, kann es nämlich schnell passieren, dass du einen Hitzschlag bekommst und das Bewusstsein verlierst. Ironischerweise hast du dann zwar noch Wasser übrig, bist aber nicht mehr in der Lage, es auch zu dir zu nehmen.


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Szene 3: Eine Höhle ist der perfekte Ort, um ein Feuer zu machen.

Vielen Menschen erscheint ein Feuer in einer Höhle als sicher und auch romantisch. So suggerieren es uns zumindest viele Filme. Doch solltest du, im Gegensatz zu den dargestellten Szenen auf der Leinwand, auf ein Feuer in einer Höhle verzichten, besonders, wenn diese nach hinten verschlossen ist. Denn was passieren kann, ist erstens, dass du an einer Rauchvergiftung stirbst, und zweitens, dass die Decke der Höhle über dir zusammenstürzt. Das heiße Feuer erwärmt den Stein, der sich dadurch ausdehnt und schneller bricht. So kann es schnell dazu kommen, dass dir Steine der Höhlendecke auf den Kopf fallen und dich erschlagen. Entfache das Feuer also besser vor der Höhle, so kannst du dich auch gleich noch vor wilden Tieren schützen. 

Indiana Jones Stunt Spectacular - Disney's Hollywood Studios - March 2009

Szene 4: Du kannst eine Granate mit den Zähnen entsichern.

Nehmen wir als Filmbeispiel „Rambo“. Er ist als waschechter Kriegsveteran selbstverständlich knallhart und lässt es sich im Film nicht nehmen, eine Handgranate einfach mit den eigenen Zähnen zu entsichern. Das sieht nicht nur ziemlich cool aus, sondern scheint auch praktisch, wenn man gerade keine weitere Hand frei hat. In der Realität ist dieses Szenario aber kaum umsetzbar. Eine Granate lässt sich auf diese Weise nicht entsichern und mit hoher Wahrscheinlichkeit müsste sich Rambo fortan nur noch von Brei ernähren.

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Szene 5: Man stirbt durch einen Überzug aus Gold.

Im dritten Teil der „James Bond“-Filmreihe findet 007 eine mit Gold überzogene Frau tot in einem Bett liegen. Sie wurde als Strafe von ihrem Chef in Gold gebadet und soll daran gestorben sein, weil die Haut keine Möglichkeit zum Atmen hatte. Tatsächlich würde man durch solch einen Goldüberzug aber nicht sterben. Auch wenn einige Poren der Haut verstopft wären, kann der Mensch durch Mund und Nase noch genug Sauerstoff aufnehmen. Der Schauspielerin ging es nach dem Dreh natürlich wunderbar und sie trug keine Schäden davon.

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Szene 6: Man kann mit zwei Pistolen gleichzeitig schießen.

Hier nehmen wir Keanu Reeves in „Matrix“ als Beispiel. Es sieht ziemlich beeindruckend aus, wie er zwei Pistolen gleichzeitig bedient. Und diese Szene findet sich auch in diversen anderen Actionfilmen. Im Falle von Keanu Reeves mag es noch klappen, denn er ist schließlich der „Auserwählte“, aber im echten Leben ist das Vorhaben, mit zwei Pistolen auf zwei unterschiedliche Ziele zu schießen, so gut wie unmöglich. Beim nächsten Film, in dem solch eine Szene vorkommt, weißt du es also besser.

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Szene 7: Nasse Kleidung ist besser als gar keine Kleidung.

Nicht unbedingt. Wenn zum Beispiel die Außentemperatur unter dem Gefrierpunkt liegt und du nasse Kleidung trägst, wird diese deine Körpertemperatur schnell herabsenken. Es erfordert eine Menge Energie und Zeit, um Wasser zu erhitzen. Dein Körper wird somit seine ganze Energie darauf verschwenden, das Wasser in deiner Kleidung zu erwärmen – und nicht deine inneren Organe. Es kommt also ganz darauf, wo du dich befindest und wie warm es dort ist. 

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Szene 8: Abbinden hilft dabei, einen verletzten Körperteil zu retten.

Auch das stimmt so leider nicht. Medizinisches Personal nutzt das Abbinden nur in Ausnahmefällen, wenn die Blutung nicht gestoppt werden kann und es nur noch darum geht, das Leben des Verletzten zu retten. Es unterbricht nämlich die Blutversorgung des Arms oder Beins und kann im schlimmsten Fall auch zu einem Herzinfarkt führen. Was du dagegen in einer Notsituation tun kannst, um deine Gliedmaßen zu retten, ist die Blutung durch Hochlagern zu stoppen und Druck auf das Blutgefäß auszuüben. Sollte das dennoch nicht ausreichen, kannst du einen engen Knoten mit einem Seil oder deinem Gürtel machen, aber du wirst dann mit hoher Wahrscheinlichkeit Arm oder Bein verlieren.

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Szene 9: Wenn du dich verirrt hast, solltest du einem Flusslauf folgen, denn früher oder später triffst du auf Menschen.

Die Betonung liegt hier wohl auf „früher oder später“. Menschen haben sich schon von Anbeginn der Zeit in der Nähe von Wasser angesiedelt, aber in manchen Gebieten kann es dennoch Wochen dauern, bis man auf eine Menschenseele trifft. Denke doch z.B. einmal an Sibirien, Kanada oder Australien. Über einen so langen Zeitraum hinweg müsstest du dann ständig aufs Neue dafür sorgen, dass du warm und sicher bist. Deshalb gilt als oberste Regel: Wenn du dich verirrt hast, bleib, wo du bist! Denn dies ist der Ort, wo man zuerst nach dir suchen wird.

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Szene 10: Gekochtes Wasser ist zu 100 % sicher zum Trinken.

Auch diese Szene findet sich in Filmen zuhauf. Dabei stimmt auch sie nicht. Abgekochtes Wasser ist zwar frei von Bakterien und Keimen, dennoch solltest du es vorher durch ein T-Shirt oder Handtuch filtern, um es von sämtlichen Schadstoffen, Schmutzpartikeln oder Kleinstlebewesen zu befreien, die besonders in trübem Wasser vorkommen und den Körper krank machen können. Denn so lange du schlammiges Wasser auch kochst, es wird trotzdem nie bedenkenlos trinkbar sein.

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In den Köpfen der Menschen geistern immer noch viele Mythen aus Filmen oder Dokumentationen herum, die mit der Wahrheit nichts zu tun haben und dir am Ende sogar schaden könnten. Deshalb solltest du nicht alles glauben, was du im Kino oder auf dem heimischen Fernsehbildschirm zu sehen bekommst.

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Quelle:

BrightSide,

Kino

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