9 Fakten über Fahrradfahrer im Straßenverkehr.

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Es tut sich was auf unseren Straßen: Früher bezeichneten Stadtplaner das Fahrrad noch als „das am meisten störende Verkehrselement“. Man baute bewusst so, dass die Räder weitgehend aus dem Straßenbild verdrängt wurden. Heutzutage nimmt die Popularität des Drahtesels hingegen rasant zu. In den letzten 10 Jahren stieg der Anteil der Radfahrer in Berlin um 36 %, in der Dresdner Innenstadt sogar um ganze 60 %! Diese Entwicklung führt fast unweigerlich zu Problemen.

Die folgenden 9 Fahrradfakten fühlen der aktuellen Verkehrssituation auf den Zahn und bringen zum Teil unangenehme Wahrheiten ans Licht.

Fahrradstraße Lange Laube

1.) Rüpelradler auf Gehwegen

Die sogenannte „falsche Straßenbenutzung“ ist mit Abstand das häufigste Vergehen von Radfahrern. Andererseits verdeckt der Blick auf rücksichtslose Radler allzu leicht, dass 76 % der Fußgängerunfälle mit Autos passieren. Unfälle mit Fahrrädern machen nur 17 % aus – und davon wurde exakt die Hälfte durch Fehlverhalten der Fußgänger verursacht.

Fazit: Fahrräder haben auf dem Gehweg nichts verloren. Verstärkte Kontrollen sind ein wirksames Mittel dagegen. Einseitige Kampagnen gegen „Kampfradler“ sind allerdings reiner Populismus.

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2.) Radfahrer ohne Regeln   

Fahren über rote Ampeln, Telefonieren auf dem Rad, unachtsamer Spurwechsel – es gibt teilweise Radler, die halten Autos für das Hauptproblem im Straßenverkehr und nehmen sich selbst sämtliche Freiheiten heraus. Fakt ist aber auch: Bei Zusammenstößen mit PKW ist zu 75 % der Autofahrer der Hauptschuldige. 

Fazit: Da Autofahrern oft eine Mitschuld zuerkannt wird, ist ihr Ärger über Regelverstöße von Radfahrern verständlich. Aber nur wenn sich alle an die Verkehrsregeln halten, kann die Zahl der Unfälle eingedämmt werden. 

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3.) Schlechte Beleuchtung

Radfahrer ohne Licht stehen im besonderen Fokus der Ordnungshüter. Dabei geschehen 80 % der Radunfälle bei hellstem Tageslicht.

Fazit: Um die Sicherheit zu erhöhen, muss die Sichtbarkeit von Radfahrern insgesamt erhöht werden. Breite und deutlich sichtbare Radwege wären ein wichtiger Ansatz.

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4.) Geld für Radwege

„Die Infrastruktur für Radler ist erbärmlich.“ Zu diesem Schluss kommt ausgerechnet der ADAC. Schaut man auf die Zahlen, wie viel die Kommunen für Radwege & Co. ausgeben, ist das kein Wunder. Hier ein Vergleich der jährlichen Investition pro Radfahrer:

  • Berlin: 4,70 € (15 % Radfahreranteil am Straßenverkehr)
  • Amsterdam: 11 € (44 % Radfahreranteil)
  • Kopenhagen: 35,60 € (80 % Radfahreranteil)

Fazit: Wer mehr Radfahrer in seiner Innenstadt haben möchte, darf nicht nur das Autofahren unattraktiver machen, sondern muss tiefer in die Tasche greifen.

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5.) Gefährdete Kinder

Von mehr Fahrradsicherheit profitieren vor allem Kinder und Jugendliche. Diese nutzen das Rad nämlich doppelt so häufig für ihre Wegstrecken wie andere Bevölkerungsgruppen.

Fazit: Wer das Klischee vom Fahrradrowdy bemüht, um substantielle Veränderungen auszubremsen, bringt die Falschen in Gefahr.

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6.) Abgetrennte Radwege

Viele Menschen fühlen sich auf baulich abgetrennten Radwegen sicherer. Doch das ist ein Trugschluss. Tatsächlich erhöht sich das Unfallrisiko auf abgetrennten Radwegen enorm: Aufgrund von Bäumen und parkenden PKW sehen abbiegende Autofahrer die Radfahrer zu spät, außerdem kommt es häufiger zu Kollisionen mit Fußgängern. Dazu kommt, dass Autofahrer Radfahrer nicht richtig als Verkehrsteilnehmer wahrnehmen, wenn sie sich nicht die Straße mit ihnen teilen. Radfahrer sind wiederum weniger vorsichtig, wenn sie sich in scheinbarer Sicherheit wähnen. Dass sich Autofahrer und Radfahrer gegenseitig als „störend“ empfinden, hat – bis zu einem gewissen Grad – also sogar etwas Gutes. 

Fazit: Sichere Radwege bekommt man nur, wenn sich Fahrradfahrer und Autos die Straße teilen. Die Platzverteilung muss dabei jedoch neu durchdacht werden. 

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7.) Helm

Während zwei Drittel der Kinder einen Helm tragen, liegt die Quote bei den Erwachsenen nur bei rund 10 %. Dabei spricht alles für den Helm: Mit knapp 72 % der zu behandelnden Verletzungen ist der Kopf die am meisten betroffene Körperregion bei Fahrradunglücken.

Fazit: Es ergibt keinen Sinn, seinen Kindern einen Helm aufzusetzen, selbst aber darauf zu verzichten. Erwachsene fahren schneller und fallen aus einer größeren Höhe.  

8.) Sicher mit dem Rad

Selbst unter den Radfahrern fühlt sich jeder zweite im Straßenverkehr unsicher. Dabei sinkt die Unfallquote von Radfahrern seit 1990 kontinuierlich. Fahrräder sind lediglich an 3,8 % der Verkehrsunfälle beteiligt, machen aber rund 10 % der Verkehrsteilnehmer aus.

Fazit: Radfahrer haben keinen Schutzpanzer. In Sachen Fahrradsicherheit besteht daher Handlungsbedarf. Gleichwohl gibt es keinen Grund zur Panikmache: In der Regel ist Radfahren schon jetzt eine vernünftige Alternative zum Auto.

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9.) Schneller in der Stadt

In der Stadt sind Fahrräder bei Strecken bis zu 5 km nachweislich schneller als Autos – die Parkplatzsuche nicht einberechnet! 50 % der Autofahrten in deutschen Städten betragen weniger als 5 km. In vielen Fällen gibt es dafür gute Gründe (schwere Einkäufe, Kinder, Krankheit, Alter …), doch zeigen Beispiele wie die Stadt Münster, dass es in anderen Städten beim Radfahreranteil noch viel Luft nach oben gibt. In Münster sind 40 % der Menschen mit dem Rad unterwegs – das ist noch vor Fußgängern und Autofahrern die größte Gruppe.

Fazit: Auch wenn es unbequem zu sein scheint: Schwing dich öfter mal aufs Rad, anstatt das Auto zu benutzen.

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Der Trend zum Rad bringt neue, auch unangenehme Herausforderungen mit sich. Die Politik tut hier noch viel zu wenig. Aber auch das gehört zur Wahrheit: In der angespannten Lage bringen sich zahlreiche Radfahrer auch durch Leichtsinn in Gefahr – und sei es, dass sie auf den einzigen Schutzpanzer verzichten, den sie tragen können: den Helm.

Alles in allem hat Radfahren aber schon jetzt ungemeine Vorteile – für dich, für die Verkehrsbelastung und die Umwelt.

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