Clever einkaufen: 7 Tipps, wie man Shopping-Frust vermeidet

Vom Tante-Emma- zum Onkel-Hipster-Laden, vom Kaufhaus zur Shoppingmall, vom Supermarkt zum Discounter – das Einkaufen war seit jeher einem steten Wandel unterworfen. Die größte Umstellung geht aber mit dem Online-Handel einher, der unsere Einkaufsgewohnheiten grundlegend verändert. Das setzt den stationären Einzelhandel unter Druck. Kunden reagieren auf Missstände viel sensibler und weichen auf die Alternativen im Internet aus. Trotzdem: So ein Leben ganz ohne Ladengeschäfte wünschen sich nur die wenigsten.

Welche Dinge Kunden besonders auf die Palme bringen und was Ladengeschäfte oder du selbst dagegen tun können, um das Einkaufen angenehm und frustfrei zu gestalten, erfährst du in diesem Artikel.

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1.) Produkt nicht vorhanden

Ein großer Vorteil des stationären Handels: Der Kunde kann seinen Einkauf sofort mit nach Hause nehmen. Dumm nur, wenn man den mühsamen Weg in die Innenstadt auf sich genommen hat und dann die gewünschte Ware nicht da ist.

Was tun?

Gerade in kleinen Fachgeschäften lohnt es sich, vorher kurz anzurufen, wenn man etwas Bestimmtes sucht. In immer mehr Städten tun sich die Händler auch zusammen und erstellen lokale Online-Marktplätze. Hier können die Kunden ihre Ware bequem per Smartphone bestellen und direkt im Laden abholen. Vielleicht gibt es solch ein Portal ja auch für deine Stadt?

The Toy Section at Target

2.) Parkplatzsuche

Die ewige Suche nach einem Parkplatz vermiest die Laune, bevor die Shoppingtour überhaupt begonnen hat. Wenn dann noch saftige Parkgebühren obendrauf kommen oder windige Parkplatzdetektive Knöllchen verteilen, wenn man kurz seine Parkscheibe vergessen hat, dann macht es das nicht besser.

Was tun?

Das Fahrrad oder den Bus zu nehmen, ist eine naheliegende Option – aber nicht für jeden und nicht in jeder Situation. Park-Apps fürs Smartphone oder Navi können die Suche nach dem Parkplatz erleichtern. Dabei gibt es unterschiedliche Modelle – von Anzeigen über freie Plätze in Tiefgaragen bis hin zu Echtzeit-Prognosen, wo sich am Straßenrand eine Lücke aufgetan haben könnte.

Auch rotierende Parkhäuser gewinnen zunehmend an Bedeutung, um den begrenzten Parkraum der Innenstädte zu entlasten. Allein vor den Kosten scheuen sich noch viele Gemeinden.

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3.) Fehlende Beratung

„Alles, was ich über Einsamkeit weiß, habe ich am Infoschalter im Baumarkt gelernt.“ Nichts ist ärgerlicher, als wenn man vergeblich nach Personal sucht. Dabei liegt in der persönlichen Beratung das große Plus des Ladengeschäfts.

Was tun?

Ob bei Baumärkten, Buchhändlern oder Modegeschäften – ein freundlicher und motivierter Service zahlt sich aus. Gerade kleine Geschäfte können hier punkten. Als Kunde sollte man also nicht immer auf die großen Ladenketten setzen. Händler sollten sich wiederum nicht scheuen, in qualifiziertes Personal zu investieren.

Die Angst mancher Händler vor Beratungsdiebstahl ist übrigens unbegründet: Nur etwa 10 % der Kunden, die sich beraten lassen, bestellen die Ware anschließend online, wohingegen sich 30 % der Kunden im Internet vorinformieren, um das Produkt dann vor Ort beim Fachhändler zu kaufen. Außerdem verschwindet das Internet durch Beratungsverweigerung auch nicht wieder.

Hornbach Aquaristic

4.) Kassenstress

Niemand wartet gern. An der Kasse schon gar nicht. Wenn man beim Bezahlen allerdings gestresst wird, rutscht die Laune in den Keller.

Was tun?

Kassenstress kommt vor allem zu den typischen Stoßzeiten vor. Wer es ruhiger mag, sollte also Einkäufe zwischen 8 und 9 Uhr sowie zwischen 16 und 19 Uhr meiden. Ist das nicht möglich, sollte man den richtigen Wochentag wählen: Dienstags und mittwochs ist in der Regel am wenigsten los.

Umgekehrt kann der Einzelhandel auch an seiner Kommunikation arbeiten: „Das macht 19,87 Euro“, „Paybackkarte?“ und „Brauchen Sie den Bon?“ sind kein Gespräch. Kunden, die ständig mit Floskeln abgespeist werden, verlernen erst das Grüßen, bis sie die Ware irgendwann gleich übers anonyme Internet bestellen.

Day 18  - Late night shopping

5.) Penetrante Verkäufer

Beratung ist das eine. Aufdringliche Verkäufer, die einem provisionsgierig nicht von der Seite weichen, das andere.

Was tun?

Ein freundliches „Danke, ich schau' mich nur um“ sollte eigentlich reichen. Falls nicht, kann man auch etwas deutlicher werden. Händler sollten ihre Verkäufer jedoch dazu schulen, einen Mindestabstand einzuhalten. Der beträgt bei Anbahnung eines Gesprächs etwa 2 Meter.

Pikachu!

6.) Verpackungsmüll

Das grüne Gewissen greift um sich. Immer mehr Kunden stören sich an unnötigem Plastik, Mogelpackungen und abgepacktem Tand. Und das ist auch gut so. 

Was tun?

Nicht selten können allerdings die Kunden selbst etwas gegen den Verpackungswahn tun: an der Frischtheke einkaufen zum Beispiel, auf Nachfüllprodukte setzen oder direkt zum Unverpacktladen gehen.

7.) Preisfallen

Preislich kann der stationäre Einzelhandel mit den Online-Riesen kaum mithalten. Seine Stärken liegen woanders. Umso wütender macht es, wenn man als Kunde mit psychologischen Tricks an der Nase herumgeführt wird.

Was tun?

Wieder kann das Smartphone hilfreich sein. Preisvergleich-Apps zeigen, welches Angebot wirklich ein Schnäppchen ist. Darüber hinaus sind die klassischen Einkaufstipps immer noch sinnvoll:

  • einen Einkaufszettel machen
  • nicht hungrig einkaufen
  • nach der „Streck- und Bückware“ im Regal Ausschau halten
  • auf den Kilopreis achten

Dem Einzelhandel kann man hingegen raten: Sonderangebote locken Kunden, plumpe Tricks vergraulen sie. Statt sich in einen hilflosen Preiskampf zu stürzen, sollten sich gerade kleine Geschäfte auf ihre Vorzüge gegenüber dem Online-Handel konzentrieren: Fachkompetenz, ein individuelles Angebot und eine angenehme Kaufatmosphäre.

Black Friday in Switzerland

In manchen Regionen erinnern die Fußgängerzonen bereits an Geisterstädte aus einem Wildwestfilm. In anderen Städten reihen sich wiederum die immer gleichen Handelsketten, Handyshops und 1-Euro-Läden aneinander. So macht das Shoppen keinen Spaß. Neben den Kommunen, die eine große Verantwortung für die Attraktivität der Innenstädte tragen, können aber auch die Händler und Kunden etwas gegen Monotonie und Ladensterben tun. Wie gesehen, liegt die Lösung dabei gar nicht so sehr in einer Konkurrenz zwischen online und stationär. Wer das Internet geschickt nutzt, kann die Vorzüge der Ladengeschäfte sogar noch besser in Anspruch nehmen.

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