„Freaky Tiki“: Englischer Handwerker baut Garten zu Tropenparadies um.

Was wäre das Leben ohne Urlaub? Wenn man sich das ganze Jahr den Buckel krumm schuftet, braucht man auch mal eine Auszeit, um abzuschalten und Energie zu tanken. Auch Chris Lodge und seine Frau Sharon hätten einen Tapetenwechsel dringend nötig. Berufliche Pflichten und die Pflege eines kranken Hundes fesseln das Paar aus Wollaston, England, jedoch an Haus und Hof. Der 44-jährige Bauarbeiter und die 45-jährige Unternehmerin haben seit sechs Jahren keinen richtigen Urlaub gemacht.

Doch wie schon ein altes Sprichwort sagt: „Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt, muss der Berg zum Propheten kommen.“ Und so beschließt der handwerklich begabte Chris, den Traum vom perfekten Urlaub einfach nach Hause zu holen. Im Juli 2017 legt der Bauarbeiter im heimischen Garten den Grundstein für ein einmaliges Bauprojekt, für das er zwei Jahre lang harte Arbeit und 35.000 Pfund (ca. 37.000 Euro) investiert. Das Ergebnis ist atemberaubend.

Inspiriert von der alten Weide und einem zugewucherten Abschnitt im Garten, hat Chris eine Vision: Er will sein Grundstück in ein tropisches Paradies verwandeln. Mit Hilfe seines Freundes Rob gräbt Chris zunächst den gesamten Garten um. Dann informiert er sich, welche Tropenpflanzen am besten im britischen Klima gedeihen. Dank Tutorials und Videos im Internet wird der begabte Handwerker in relativ kurzer Zeit zum Hobbygärtner.

Aus Planken, Treibholz und Schiffstauen verlegt Chris eine Brücke quer durch den Garten. Von Palmen und anderen exotischen Pflanzen flankiert, führt der Weg zum Herzstück des Tropentraums: einer kleinen Hütte im Tiki-Stil. 

Ursprünglich war die Hütte ein ganz normaler Gartenschuppen, den Chris für 4.500 Pfund (ca. 5.000 Euro) gekauft hat – doch mit einer ordentlichen Portion Ellenbogenschmalz und viel Liebe zum Detail wird der Schuppen zum „Freaky Tiki“ (auf Deutsch: „verrücktes Tiki“).

Für das ultimative Tropenflair scheut Chris keine Kosten und Mühen. Für einige der Pflanzen bezahlt er rund 300 Pfund (gut 330 Euro). Die verspielte Inneneinrichtung der Tiki-Hütte setzt sich aus unzähligen Trödelmarkt-Funden und Internet-Käufen zusammen. Einige besonders exotische Einrichtungsgegenstände lässt sich Chris direkt aus den USA liefern. Das Dach der Hütte wird mit Stroh abgedeckt.

Im Inneren des „Freaky Tiki“ befindet sich eine Cocktail-Bar. Hier können Chris und Sharon nach einem harten Tag so richtig abschalten – dafür sorgt nicht zuletzt das liebevoll arrangierte Interieur. Das falsche Fenster verstärkt die Illusion, dass man sich nicht im Herzen Englands, sondern in einem tropischen Dschungel befindet.

In jeder Ecke gibt es etwas Verrücktes und Außergewöhnliches zu entdecken, wie zum Beispiel diese Kugelfischlampe. Entspannung und Unterhaltung müssen sich eben nicht gegenseitig ausschließen.

Wer die Hütte betritt, vergisst schlagartig, dass er sich im kühlen England befindet. „Ich wollte, dass es ein Ort wird, den all unsere Freunde besuchen können, wenn sie einen schlechten Tag haben oder niedergeschlagen sind“, sagt Chris.

Der kreative Handwerker hat allen Grund, stolz zu sein. 24 Monate harte Arbeit und eine beachtliche Stange Geld musste Chris in das Projekt investieren, aber das Ergebnis ist traumhaft.

Natürlich ist auch Chris' Frau von dem Urlaubsparadies im eigenen Garten begeistert. Nach sechs entbehrungsreichen Jahren können die beiden jeden Tag die Seele baumeln lassen, wenn ihnen danach ist.

Chris und Sharon haben sich einen Lebenstraum erfüllt. Teure Flüge, Hotels und von Touristen überrannte Feriendomizile können dem Paar getrost gestohlen bleiben. Ein Schritt in ihren Garten versetzt sie sofort in einen verwunschenen Urwald, zu dem Stress und Alltagssorgen keinen Zutritt haben. Auch wenn man bei dem Anblick fast ein bisschen neidisch wird, gönnt man es den beiden von Herzen.

Quelle:

The Sun

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